© IP-Aktionsplan, EU-Kommission, Sonya Gospodinova

 

Aktionsplan der EU-Kommission zum Geistigen Eigentum

Immaterielle Wirtschaftsgüter und intangible Vermögenswerte bieten
nachhaltige Differenzierungspotenziale

 

Immaterielle Wirtschaftsgüter und Vermögenswerte wie Erfindungen, künstlerische Schöpfungen, Marken, Software, Know-how usw., aber auch Prozesse und organisatorische Strukturen und Beziehungsgeflechte sind die Eckpfeiler der Wissensgesellschaft.

 

Geistiges Eigentum (IP) wie Patente, Marken, Designs, Urheberrechte, geographische Angaben, Sortenschutzrechte und Regeln zum Schutz von Geschäftsgeheimnissen helfen Unternehmen, Laboren, Kliniken und selbständigen Medizinern, ihr immaterielles Geschäftsmodell zu konzipieren, zu schützen und zu kommerzialisieren. So schaffen Geistiges Eigentum, immaterielle Wirtschaftsgüter und intangible Vermögenswerte nachhaltige Differenzierungspotenziale. Gleichzeitig bekämpfen sie unerlaubtes Kopieren und Nachahmen durch Konkurrenten.

 

Der Anteil immaterieller Werte am Gesamtwert börsennotierter US-amerikanischer Unternehmen hat sich seit 1975 mehr als verfünffacht – von 17% im Jahr 1975 auf 86% im Jahr 2018. In Europa könnte der Anteil demnächst noch höher liegen. Immer mehr Unternehmen aller Größenordnungen bauen ihre Geschäftsmodelle und -strategien auf nicht tangible Ressourcen auf. Unsere Industrieprodukte werden komplexer und technisch versierter, kurzum intelligenter. Um ihre Produkte und Dienstleistungen zu schützen, müssen Unternehmen wie auch Selbständige daher ihr geistiges Eigentum gezielt strategisch nutzen.

 

IP-intensive Industrien tragen heute bereits rund 45% zum BIP in der EU bei. Sie schaffen einen aggregierten Wert von 6,6 Billionen Euro und sichern etwa ein Drittel der Arbeitsplätze. Einige der wichtigsten sozialen Herausforderungen unserer Zeit lassen sich nur mit innovativen Lösungen bewältigen. Dabei wird Geistiges Eigentum eine wegweisende Rolle spielen. Dies gilt verstärkt auch für das Gesundheitswesen und die stationäre wie auch die ambulante Pflege. Hier gibt es noch viel Luft nach oben. Es braucht einen robusten IP-Rahmen, um Innovationen anzukurbeln, einen schnellen Einsatz von kritischem geistigem Eigentum zur Bekämpfung von Notfällen zu gewährleisten und die Entwicklung eines florierenden Gesundheitssystems zu fördern.

 

Angesprochen sind zunehmend auch Ärzte und Zahnärzte. Als Erfahrungs- und Erlebniswissenschaft gewinnt die Medizin einen Großteil ihrer Kompetenzen aus der Praxis. Dabei entwickeln Ärztinnen und Ärzte oft sehr individuelle Herangehensweisen, die sich zum geistigen Kapital ihrer Praxen summieren.

 

Neue Behandlungs- und Therapiemodelle auf solchen immateriellen Wirtschaftsgütern und Vermögenswerten aufzubauen, macht allerdings nur Sinn, wenn die entsprechenden Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört zum Beispiel, dass effiziente und kostengünstige Zugänge zur Finanzierung von Innovationen bestehen, auch dann, wenn bankübliche Sicherheiten fehlen. Die Politik sollte daher möglichst zeitnahe dezentrale Anlaufstellen für IP-Informationen und -Einreichungssysteme sowie eine Verbesserung der Transparenz und Vorhersagbarkeit bei der Lizenzierung von grundlegenden Standardpatenten schaffen, den Datenzugang und die gemeinsame Nutzung von Daten regeln ebenso wie eine EU-Toolbox gegen Fälschungen implementieren.

 

 

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