Bei der Manuellen Medizin handelt sich um eine medizinische Fachrichtung, die primär die Hand als diagnostisches und therapeutisches Instrument nutzt. Die Manuelle Medizin beschäftigt sich mit funktionellen Störungen des Stütz- und Bewegungsorgans sowie deren Zusammenhang mit Störungen anderer Organe. Die Manuelle Medizin kommt derzeit in erster Linie im Zusammenhang mit der Behandlung von schmerzhaften Störungen, in der Rehabilitation und der Sportmedizin zum Einsatz. Die Manuelle Medizin ist unter anderem in Leitlinien zum Rückenschmerz, zum Nackenschmerz, bei bestimmten Formen des Armschmerzes und zur Spondyloarthritis als mögliche Behandlungsmethode hinterlegt. Sie kann nicht selten alternativ zu einer medikamentösen Therapie eingesetzt werden oder ergänzend zu anderen Therapien die Gesamtwirkung verbessern.

Manualmedizinische Behandlung bei Rippendysfunktion.
© R. Klett

Im deutschen Sprachraum und auch international finden sich viele verschiedene Begriffe für die Patientenbehandlung mit den Händen, diese sind beispielsweise Chirotherapie, ärztliche Chiropraktik, ärztliche Osteopathie oder auch Tuina. Letztendlich können all diese Begriffe jedoch unter dem Oberbegriff Manuelle Medizin zusammengefasst werden. Das Institut für Manuelle Medizin (IMM) an der DTMD-University hat sich unter anderem zur Aufgabe gemacht die unter den oben genannten Begriffen vorkommenden Untersuchungs- und Behandlungstechniken bezüglich ihrer Vergleichbarkeit und wissenschaftlichen Untermauerung zu überprüfen und möglichst in einen Gesamtkomplex zusammenzuführen. Auf der anderen Seite bemüht sich das IMM um eine fundierte Ausbildung von Ärzten und Physiotherapeuten, um den aktuellen Wissensstand in der Manuellen Medizin zum Nutzen der Patienten an möglichst viele Anwender weiterzugeben.

Der scheinbare Widerspruch zwischen der „analogen“ Manuellen Medizin und der Ausrichtung der DTMD-University hin zu digitalen Techniken in der Medizin und Zahnmedizin ergibt eine weitere Fragestellung in der Arbeit des IMM. Es sollen die unterstützenden Möglichkeiten der digitalen Technologien z.B. in Hinblick auf eine Ergänzung der Ausbildung der Ärzte und Physiotherapeuten oder die Patientenführung während und nach der Behandlungsphase untersucht werden.

Vor diesem Hintergrund konnte das Institut für Manuelle Medizin an der DTMD-University zur Organisation und inhaltlichen Ausgestaltung der Masterstudiengänge in Manueller Medizin für Ärzte bzw. Manueller Therapie für Physiotherapeuten das Dr. Karl-Sell Ärzteseminar Neutrauchburg (MWE) e.V. mit Sitz in Isny-Neutrauchburg für eine Kooperation gewinnen. Das Dr. Karl-Sell-Ärzteseminar ist die weltweit größte Ärztevereinigung für Manuelle Medizin und besitzt bereits eine langjährige Erfahrung in der Weiterbildung von Ärzten für die Zusatzweiterbildung „Manuelle Medizin“ und die Zertifikatsweiterbildung „Manuelle Therapie“ für Physiotherapeuten in Deutschland.

Dazu Prof. Dr. Rigobert Klett, Leiter des IMM: „Wir freuen uns mit dem Dr. Karl-Sell-Ärzteseminar einen kompetenten Partner für die Weiterqualifikation von Ärzten und Physiotherapeuten im Rahmen des Brügge-Kopenhagen-Prozesses gefunden zu haben, der seit vielen Jahren erprobte und bereits auf solider wissenschaftlicher Basis stehende Lehrinhalte für die Masterstudiengänge beitragen kann.“

Prof. Dr. Hermann Locher, 1. Vorsitzender des Dr. Karl-Ärzte-Seminars, ergänzt. „Die weitreichenden internationalen Verbindungen der DTMD-University sowie die Möglichkeit zum interdisziplinären und interprofessionellen Austausch mit den Instituten der DTMD-University ermöglicht es uns, die Manuelle Medizin in Lehre und Forschung weiter zu entwickeln und sie auch international wissenschaftlich weiter zu etablieren.“

 

 

 

 

Prof. Dr. Rigobert Klett

Prof. Dr. Rigobert Klett, Leiter des Institutes
für Manuelle Medizin an der DTMD University

Fragen zur Manuellen Medizin beantwortet gerne Prof. Dr. Rigobert Klett, E-Mail: rigobert.klett@dtmd.eu